SitzwinkelSchreibtisch, Stuhl und Licht durchgerechnet

Einrichten

Bildschirmarbeitsplatz einrichten: Höhe, Abstand und Licht

Die Reihenfolge beim Einrichten, der richtige Bildschirmabstand, Fensterposition gegen Spiegelungen und was die Technische Regel zur Beleuchtung vorgibt.

Partitioned study carrel with a flat monitor, keyboard and mouse on a pale wood desk, more booths behind
A partitioned carrel keeps a single screen, keyboard and mouse within easy reach in a small footprint.Foto: Richard001 · Public domain · Wikimedia Commons · Quellenseite öffnen

Die meisten Beschwerden an einem Arbeitsplatz zu Hause entstehen nicht durch fehlende Ausstattung, sondern durch eine falsche Reihenfolge beim Einrichten. Wer den Bildschirm zuerst positioniert, stellt anschließend Stuhl und Tisch auf den Bildschirm ein statt umgekehrt.

Dieser Ratgeber beschreibt die Reihenfolge, die Maße und die Lichtsituation. Die Anforderungen stammen aus dem Anhang der Arbeitsstättenverordnung und aus der Technischen Regel für Arbeitsstätten zur Beleuchtung. Diese Website testet keine Geräte und zeigt keine Preise an.

Die Reihenfolge: Stuhl, Tisch, Bildschirm, Licht

Der Körper ist die einzige feste Größe am Arbeitsplatz, alles andere ist verstellbar. Deshalb beginnt das Einrichten beim Stuhl: Sitzhöhe so, dass beide Füße flach stehen, Sitztiefe so, dass zwischen Kniekehle und Sitzvorderkante eine Handbreit Platz bleibt.

Danach folgt der Tisch. Die Unterarme liegen waagerecht auf der Platte, die Schultern bleiben unten. Passt die Tischhöhe nicht, wird entweder der Tisch verstellt oder der Stuhl höher gestellt und eine Fußstütze ergänzt. Was nicht funktioniert, ist eine abgesenkte Sitzhöhe, denn dann stimmt der Winkel in Knie und Hüfte nicht mehr.

Erst an dritter Stelle kommt der Bildschirm, und an vierter das Licht. Jede dieser vier Einstellungen dauert wenige Minuten, und zusammen sind sie in unter 30 Minuten erledigt. Der Unterschied zeigt sich nicht am ersten Tag, sondern nach der dritten Woche mit jeweils 8 Stunden Bildschirmarbeit.

Partitioned study carrel with a flat monitor, keyboard and mouse on a pale wood desk, more booths behind
A partitioned carrel keeps a single screen, keyboard and mouse within easy reach in a small footprint.Foto: Richard001 · Public domain · Wikimedia Commons · Quellenseite öffnen
  1. Stuhl: Sitzhöhe und Sitztiefe einstellen, Füße flach auf den Boden
  2. Stuhl: Gegendruck der Rückenlehne auf das eigene Körpergewicht einstellen
  3. Tisch: Höhe so, dass die Unterarme waagerecht aufliegen
  4. Bildschirm: Abstand und Höhe einstellen, dann die Neigung
  5. Licht: Fensterlage prüfen, Leuchte seitlich ergänzen
  6. Nach einer Woche alle vier Punkte noch einmal nachjustieren

Bildschirmhöhe und Abstand

Als Abstand hat sich die Spanne zwischen 50 und 80 Zentimetern bewährt, abhängig von der Bildschirmgröße. Ein 24-Zoll-Monitor steht typischerweise bei rund 60 Zentimetern, ein 27-Zoll-Monitor bei rund 75 Zentimetern. Ein einfacher Test: Mit ausgestrecktem Arm sollten Sie den Bildschirmrahmen gerade berühren können.

Die Höhe ist die Einstellung, die am häufigsten falsch ist. Die oberste Textzeile gehört auf Augenhöhe oder leicht darunter, sodass der Blick leicht nach unten fällt. Ein Notebook auf dem Tisch erfüllt das nie; es gehört auf einen Ständer, und dann braucht es eine getrennte Tastatur, wie sie auch der Anhang der Arbeitsstättenverordnung vorsieht.

Der Verordnungstext verlangt zusätzlich, dass der Bildschirm frei und leicht dreh- und neigbar ist. Das ist mehr als eine Komfortanforderung: Ohne Neigung lässt sich eine Spiegelung nicht wegdrehen, ohne Drehbarkeit lässt sich der Bildschirm nicht kurz für eine zweite Person ausrichten.

Richtwerte für Abstand und Höhe nach Bildschirmgröße
BildschirmgrößeÜblicher AbstandOberste ZeileNotwendige Verstellung
24 Zollrund 60 Zentimeterauf oder knapp unter AugenhöheHöhe und Neigung
27 Zollrund 75 Zentimeterknapp unter AugenhöheHöhe, Neigung, Drehung
32 Zollrund 90 Zentimeterdeutlich unter AugenhöheHöhe, Neigung, Drehung, mehr Tischtiefe
Notebook ohne Ständerrund 50 Zentimeterdeutlich unter AugenhöheStänder und getrennte Tastatur

Die Werte sind Ausgangspunkte zum Einstellen, keine Vorschriften. Wer eine Gleitsichtbrille trägt, stellt den Bildschirm in der Regel tiefer, weil der Nahbereich der Brille unten liegt.

All-in-one computer and a second monitor on a pale wood desk, potted plant and slim keyboard in front
A second display beside an all-in-one adds working space without needing a deeper desk.Foto: Tran Mau Tri Tam tranmautritam · CC0 · Wikimedia Commons · Quellenseite öffnen

Licht: seitlich zum Fenster, nicht davor und nicht dahinter

Der Anhang der Arbeitsstättenverordnung verlangt, dass die Beleuchtung der Art der Arbeitsaufgabe entspricht und dass störende Blendungen, Reflexionen oder Spiegelungen auf dem Bildschirm vermieden werden. Daraus folgt eine einfache Regel für die Möblierung: Der Bildschirm steht quer zum Fenster.

Steht das Fenster hinter dem Bildschirm, arbeiten die Augen gegen eine helle Fläche hinter einer dunklen. Steht es hinter Ihnen, spiegelt sich der Raum im Display. Beide Fehler lassen sich durch Drehen des Tisches beseitigen und nicht durch ein helleres Display.

Die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A3.4 regelt Beleuchtung und Sichtverbindung nach außen; die Ausgabe von Mai 2023 enthält einen eigenen Abschnitt zur Sichtverbindung. In ihren Anhängen stehen Mindestwerte der Beleuchtungsstärke nach Tätigkeit, für Büroarbeit sind das 500 Lux. Eine zusätzliche Arbeitsleuchte seitlich neben dem Bildschirm ist dafür in den meisten Wohnräumen der einfachste Weg.

Fensterposition und ihre Folgen am Bildschirm
Position des FenstersFolgeAbhilfe
Hinter dem BildschirmGegenlicht, das Display wirkt dunkelTisch um 90 Grad drehen
Hinter der sitzenden PersonSpiegelung des Raums im DisplayTisch um 90 Grad drehen oder Blendschutz
Seitlich zum Bildschirmgleichmäßiges Tageslicht ohne Spiegelungkeine, gegebenenfalls Blendschutz am Nachmittag

Die Drehung des Tisches kostet nichts und löst beide Probleme vollständig. Jede andere Lösung, von der Mattfolie bis zum helleren Monitor, behandelt nur das Symptom.

Bewegung schlägt jede Ausstattung

Die beste Sitzposition ist die nächste. Ein Wechsel alle 60 Minuten für 5 Minuten verändert über einen Arbeitstag mehr als der Unterschied zwischen einem Stuhl für 250 € und einem für 900 €. Wer einen höhenverstellbaren Tisch hat, nutzt ihn dafür; wer keinen hat, steht für Telefonate auf.

Für die Augen gilt dasselbe in kleinerem Maßstab: alle 20 Minuten für rund 20 Sekunden in die Ferne sehen. Das kostet über 8 Stunden zusammengenommen etwa 8 Minuten und ist die wirksamste Maßnahme gegen die Ermüdung, die am Nachmittag einsetzt.

Wer im Wechsel sitzt und steht, beginnt sinnvoll mit zwei Phasen von je 30 Minuten im Stehen über den Tag und erhöht langsam. Mehr als 2 Stunden Stehen am Stück belasten andere Strukturen als das Sitzen, lösen das Problem also nicht, sondern verschieben es.

  • Alle 60 Minuten für 5 Minuten die Position wechseln
  • Alle 20 Minuten für rund 20 Sekunden in die Ferne blicken
  • Im Stehen mit zwei Phasen von je 30 Minuten beginnen
  • Telefonate im Stehen führen, das erzeugt den Wechsel von selbst
  • Drucker und Getränk bewusst außer Reichweite stellen
White desk in a dim room with two dark monitors, wireless keyboard and mouse, and an open laptop
A docked laptop beside two external monitors is the most common way to build a three-screen desk.Foto: Federal Bureau of Investigation · Public domain · Wikimedia Commons · Quellenseite öffnen

Vor dem Kauf

  • In der Reihenfolge Stuhl, Tisch, Bildschirm, Licht einrichten
  • Sitzhöhe so einstellen, dass beide Füße flach auf dem Boden stehen
  • Tischhöhe an waagerechten Unterarmen ausrichten, nicht am Bildschirm
  • Oberste Textzeile auf oder knapp unter Augenhöhe bringen
  • Bildschirmabstand mit dem ausgestreckten Arm prüfen
  • Tisch so stellen, dass das Fenster seitlich liegt
  • Seitliche Arbeitsleuchte ergänzen, wenn die Deckenleuchte allein nicht ausreicht
  • Nach einer Woche alle Einstellungen noch einmal nachjustieren

Häufige Fragen

Wie hoch genau gehört die Oberkante des Bildschirms?
Nicht die Oberkante des Gehäuses zählt, sondern die oberste Textzeile. Sie liegt auf Augenhöhe oder leicht darunter, damit der Blick leicht nach unten fällt und das Lid das Auge beim Blinzeln vollständig bedeckt. Bei einem 27-Zoll-Monitor heißt das in der Praxis, dass der Standfuß meist zu hoch eingestellt ist.
Hilft eine Blaulichtfilter-Einstellung gegen müde Augen?
Die wirksamere Stellschraube ist der Kontrast zwischen Display und Umgebung. Ein Bildschirm, der deutlich heller leuchtet als der Raum, ermüdet unabhängig von der Farbtemperatur. Gleichen Sie zuerst die Helligkeit an die Umgebung an und ergänzen Sie seitliches Licht, bevor Sie Farbprofile ändern.
Zwei Monitore nebeneinander oder einer groß?
Zwei gleich große Monitore nebeneinander erzeugen eine Trennlinie in der Mitte, auf die der Blick immer wieder fällt. Setzen Sie den Hauptmonitor mittig vor sich und den zweiten seitlich angewinkelt. Im Betrieb kostet der zweite Monitor mit 30 Watt rund 20 € im Jahr.
Was tun, wenn der Raum nur ein Fenster an der falschen Stelle hat?
Den Tisch um 90 Grad drehen, auch wenn das die Zimmeraufteilung ändert. Lässt sich das nicht einrichten, hilft ein Blendschutz am Fenster und eine seitliche Arbeitsleuchte, die das Helligkeitsgefälle zwischen Display und Hintergrund verringert. Eine Mattfolie auf dem Display ist die letzte, schlechteste Option.
Wie viele Lux brauche ich am Schreibtisch?
Die Technische Regel ASR A3.4 nennt in ihren Anhängen Mindestwerte nach Tätigkeit; für Büroarbeit sind das 500 Lux. Eine Deckenleuchte allein erreicht das in vielen Wohnräumen nicht, eine zusätzliche Arbeitsleuchte seitlich neben dem Bildschirm schon. Den vollständigen Regeltext stellt die BAuA kostenfrei bereit.

Quellen

  1. Anhang der Arbeitsstättenverordnung, Nummer 6 — Bildschirm, Tastatur, Arbeitsfläche, Beleuchtung und Reflexionen — geprüft am 2026-11-03
  2. BAuA — ASR A3.4 Beleuchtung und Sichtverbindung nach außen, Ausgabe Mai 2023, mit Volltext zum Download — geprüft am 2026-11-03
  3. Statistisches Bundesamt — Strompreise für Haushalte im 1. Halbjahr 2026, 37,97 Cent je Kilowattstunde — geprüft am 2026-11-03

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